River Swimming Experience

Tor zur Spree, Sprung für Europa

River Swimming Experience - ein pro bono Projekt von GETIDOS in Zusammenarbeit mit der School of Design und weiteren Partnern

 

Dass die Berliner Stadtspree zum Unmut vieler Hauptstädter bisher nicht zu den Badegewässern zählt, könnte sich bald ändern: Zwei Studenten-Teams der Potsdamer School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut (HPI) haben zusammen mit der sozial-ökologischen Forschungsplattform GETIDOS Vorschläge entwickelt, wie eine neue Flussbadestelle auf der Insel der Jugend künftig aussehen könnte. So soll ein „Tor zur Spree“ die Besucher einladen, die Spree bewusst zu erleben, und über Wasserqualität informieren. Dazu wurde die Kooperation auch vom Projekt Flusshygiene (Wasserkompetenzzentrum Berlin und inter 3 – Institut für Ressourcenmanagement) unterstützt.

Im Berliner Koalitionsvertrag 2016 ist das Ziel einer Badestelle in der Berliner Vorstadtspree in Treptow-Köpenick verankert. Doch wie könnte diese aussehen? Und wie könnte sie so gestaltet werden, dass sowohl Zugang für alle Berliner gefördert wird - die Badestelle steht im Koalitionsvertag in der Kategorie "Umweltgerechtigkeit" - und auch ein achtsamer Umgang mit der Natur gefördert wird? Diese Fragen stellte Dr. Rafael Ziegler (GETIDOS) zwei Studierendenteams beim Auftaktreffen in Potsdam, Sommersemester 2016.

Die Antworten ließ nicht auf sich warten. Aus Holz und mit viel Farbe haben die Design-Thinking-Studierenden zum Beispiel einen ersten Prototyp des Tors gebaut, etwa drei Meter misst die Konstruktion. Ein Tor definiert einen klar begrenzten Ein- und Ausgang für die Badestelle - ein wichtiger Punkt aus ökologischer Perspektive. Es „signalisiert auch intuitiv, dass das Schwimmen an diesem Ort erlaubt und sicher ist“, erklärt Dr. Claudia Nicolai, die das Projekt am HPI betreut. 

Das Tor soll in eine größere Badelandschaft eingebunden werden, die ein Sonnendeck, Spielplatz und Kinderschwimmbecken umfasst. Eine absenkbare Plattform soll Badegästen zudem das Schwimmen ermöglichen, ohne den Boden des Flusses betreten zu müssen.

GETIDOS-Koordinator Rafael Ziegler, der den Big Jump - europäischen Flussbadetag - schon seit vielen Jahren begleitet, sagte: „Durch die schönen Design-Ideen in diesem Kooperationsprojekt, kommen wir einer sozialen und ökologischen Badestelle in Deutschland näher. Das wäre das erste Mal, dass in Deutschland die Big-Jump-Forderung nach gesunden und lebendigen Flüssen auch in Form einer Badestelle praktisch umgesetzt würde.“ Sabrina Schulz, GETIDOS Mitglied, ehemalige Koordinatorin der Big Jump Challenge und heute für die Deutsche Umwelthilfe im Gewässerschutz im Einsatz, zeigte sich bei der Abschlusspräsentation ebenfalls begeistert: „Das Tor zum Fluss hat eine große Symbolkraft und könnte Schule machen: Als Element, das gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern gestaltet werden kann und dazu einlädt, den Zugang zum Fluss neu auszuhandeln.“

Beim Berliner „Big Jump 2017“, der anlässlich des Europäischen Flussbadetages am 9. Juli zu einem Sprung in die Spree lud, konnten die Studierenden ihre Idee bereits testen: „Durch das Tor wird signalisiert, dass die Menschen ausdrücklich zum Baden und Verweilen eingeladen sind. Damit wächst das Vertrauen“, berichtet Projektteilnehmer Tassilo Boßmann. Den Studierenden zufolge wäre es außerdem denkbar, das Tor mit aktuellen Daten zur Wasserqualität zu verknüpfen, die das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Flusshygiene“ sammelt. Schirmherrin des diesjährigen „Big Jump“ ist Silke Gebel, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin. Sie wird sich im Herbst 2017 für die weitere Umsetzung einer sozial-ökologischen Badestelle einsetzen. 

 

 

Pressemitteilung

Pressemitteilung des HPI zum Thema: link

Das Tor soll signalisieren, dass Besucher ausdrücklich zum Baden und Verweilen eingeladen sind (Foto: inter3)

Hintergrund

Genese Flussbadestelle Treptower Park - zum Interview hier.

Genese Big Jump Challenge - zum GETIDOS-Kapitel hier.